Wertermittlung

Energieausweis

Energieausweis-1Der Energieausweis ist ein Dokument, das ein Gebäude energetisch bewertet.
Ausstellung, Verwendung, Grundsätze und Grundlagen des Energieausweises werden in Deutschland in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt.

  • EnEV 2007:    Einführung des Energieausweises
  • EnEV 2009:    Pflicht zur Vorlage auf Verlangen
  • EnEV 2014:     Pflicht zur generellen Vorlage ( ab 01.Mai 2014)


 

Man unterscheidet zwei Arten:

Verbrauchsausweis

  • Nur bei Bestandsgebäuden einsetzbar
  • Kann bei allen Gebäuden eingesetzt werden, deren Baujahr nach dem 01.Nov. 1977 liegt und mehr als 5 WE aufweist werden


Bedarfsausweis

  • Bei Neubauten und Bestandsgebäuden verwendbar
  • Generell bei Neubauten verwendbar
  • Generell bei allen Bestandsgebäuden, deren Baujahr vorm dem 01.Nov.1977 liegt und bis zu 4 WE aufweist

Energieberatung

Kurzberatung

  • Begehung der Immobilie unter Betrachtung energetisch relevanter Auffälligkeiten
  • Besprechung der erkannten Schwachstellen
  • Beratung über die Möglichkeit des Einsatzes neuer Technologien (Heizung, erneuerbare Energien, kontrollierte Wohnungslüftung, etc. )
  • Abschätzung von Verbesserungsmöglichkeiten
  • Kurze Dokumentation der besprochenen Ergebnisse


Standardberatung

    • Aufnahme des IST-Zustandes
    • Erarbeitung eines energetischen Sanierungskonzeptes zum KfW-Effizienzhaus oder Einzelmaßnahmen nach Wunsch des Auftraggebers
      Einbeziehung öffentlicher Fördermittel
    • Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der energetischen Maßnahmen
    • Schriftliche Dokumentation der Ergebnisse
    • Kurze mündliche Erörterung der Ergebnisse
    • Optional Hinweise zur Stromeinsparung

  • Optional Integration von thermischen Untersuchungen

Premiumberatung  ( Vor-Ort-Beratung nach Bafa-Richtlinien )

Ein Energiegutachten nach den Richtlinien der Bafa  (auch Vor-Ort-Beratung genannt) umfasst folgende Leistungen:
Voraussetzung für eine Förderung durch die Bafa ist, dass der Bauantrag für das zu untersuchende Gebäude vor dem 01.01.1995 gestellt wurde.

    • Aufnahme des IST-Zustandes des Gebäudes
    • Erarbeitung eines energetischen Sanierungskonzeptes
    • Ziel der energetischen Sanierung ist ein förderfähiges KfW-Effizienzhaus
    • a) entweder als Gesamtsanierung in einem Zug
    • oder
    • b) als Gesamtsanierung in aufeinander abgestimmten Einzelschritten
    • (Maßnahmenfahrplan)
    • Prüfung des Einsatzes erneuerbarer Energien in der Anlagentechnik
    • Ausführliche Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen der energetischen Maßnahmen
    • Einbeziehung öffentlicher Fördermittel
    • Optional Hinweise zur Stromeinsparung

  • Optional Integration von thermischen Untersuchungen (max. 4 Bilder)
  • Zusammenfassende ausführliche schriftliche Darstellung
  • Mündliche Erörterung des Beratungsberichts

Öffentliche Fördermittel

    • Beratung über öffentliche Fördermittelzuschüsse bei
    • überregionalen Anstalten
      • KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau)
      • Bafa ( Bundesanstalt für Ausfuhrkontrolle)
    • regionalen Anstalten
      • Investitions- oder Landesbanken der Länder
      • Landkreise, Städte oder Gemeinden

  • Beantragung öffentlicher Fördermittelzuschüsse
  • Bestätigung der energetischen Sanierung unter Einhaltung der vom Energieberater vorgegebenen baulichen Maßnahmen (Verwendungsnachweiserklärung nach der Maßnahme)

Energetische Fachplanung und Baubegleitung

Der Sachverständige muss im Rahmen der energetischen Fachplanung und Baubegleitung mindestens folgende Leistungen erbringen bzw. deren fachgerechte Durchführung bestätigen:

    • Das geplante energetische Niveau bei der KfW über das Online-Verfahren beantragen und bestätigen
    • Spezielle Detailplanungen erbringen
      • Wärmebrücken-Minimierung
      • Luftdichtheitskonzept und Lüftungskonzept nach DIN 1946-6
      • Energiebedarfsberechnungen an den Heizungsplaner
    • Leistungsverzeichnis erstellen
    • Angebote nach Auftragsumfang und geforderter Qualität prüfen
    • Überwachung auf Einhaltung der vorgeschriebenen energetischen Ausführungen
    • Prüfung auf Einhaltung des Luftdichtheitskonzepts
    • Durchführung einer Luftdichtheitsmessung (Blower-Door)
    • Übergabe und Inbetriebnahme der energetischen Haustechnik begleiten und kontrollieren
    • Prüfung des Nachweises des hydraulischen Abgleichs der Heizungsanlage
    • Berichterstellung incl. Fotodokumentation

  • Prüfung der Umsetzung des beantragten und geförderten Vorhabens
  • Bei Abweichungen von den Planungsvorhaben eine erneute Berechnung des energetischen Niveaus vornehmen
  • das umgesetzte energetische Niveau auf dem entsprechenden KfW-Formular bestätigen

Blower-Door-Test

Der Blower-Door-Test ist ein Messverfahren, um Undichtheiten in einem Gebäude zu lokalisieren. Dabei wird ein spezieller Ventilator, der mit einer luftundurchlässigen Plane umgeben ist, in eine Türöffnung (meisten Haus- oder Wohnungseingangstür) eingesetzt.
Über diesen Ventilator wird eine Luftdruckdifferenz von 50 Pascal im Gebäudeinneren erzeugt . Der Test läuft generell in 3 Schritten ab:

1.    Schritt:
Zuerst wird ein konstanter Unterdruck erzeugt. Undichte Bereiche in der Gebäudehülle können nun mittels Infrarotkamera, künstlichem Rauch oder Luftgeschwindigkeitsmessgeräte geortet werden.

2.    Schritt:
Der Unterdruck wird schrittweise erhöht und dabei wird gemessen, wieviel Luft über die Undichtigkeiten in das Gebäude einströmt. Dieser Zuluftstrom pro Zeiteinheit in Abhängigkeit des Raumvolumens ergibt die sogenannte „Luftwechselrate“.

3. Schritt:
Über den 2.Schritt hinaus wird ein Überdruck von 50 Pascal erzeugt und auch hier wird schrittweise die Luftwechselrate bestimmt.
Die gesammten Messungen ergeben nun eine durchschnittliche Luftwechselrate.

Die EnEV schreibt nach §6 Abs.1  eine maximale Luftwechselrate vor:

  • ohne raumlufttechnische Anlagen       = < 3,0 / h
  • mit raumlufttechnischen Anlagen       = < 1,5 / h

Vorteile der überprüften Lufdichtheit

  • Vermeidung von Bauschäden durch Kondenswasserbildung
  • Vermeidung von überdurchschnittlichen Wärmeverlusten
  • Schallschutzverbesserung
  • Zugluftvermeidung
  • Brandschutz
  • Schadstofffreiheit
  • Effizienter Betrieb von Lüftungsanlagen
  • Rechtssicherheit für Baubeteiligte

Luftdichtheit ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal eines Wohnhauses

Infrarot-Thermografie

Die Infrarot-Thermografie befasst sich mit der Aufnahme und Analyse von radiometrischen Daten mit Hilfe von berührungslos messsenden Wärmebild-geräten.

Vorteile der Infrarot-Thermografie als Analyse-Instrument:

    • Ist berührungslos – nutzt Abtastung
      • der Anwender muss sich nicht in Gefahrenzonen aufhalten
      • der Anwender greift nicht in das zu messende Objekt ein
    • Ist zwei-dimensional
      • ermöglicht einen visuellen Vergleich von Messpunkten eines Objektes
      • das Wärmebild ermöglicht einen ausgezeichneten Überblick über das Messobjekt
      • Wärmemuster werden sichtbar und ermöglichen eine Analyse

  • Funktioniert in Echtzeit
    • ermöglicht eine sehr schnelle Überprüfung stationärer Messobjekte
    • ermöglicht eine Erfassung von sich schnell bewegenden Objekten
    • ermöglicht eine Erfassung von schnellen Änderungen in Wärmemustern

Gebäude- oder Bauthermografie

Die Gebäude- oder Bauthermografie ist eine schnelle, effiziente und kostengünstige Methode zur Feststellung von energetischen Schwachstellen, Baumängeln und Untersuchung von Energieverlusten eines Gebäudes.

Einsatzbereiche sind:

    • Erkennen von Wärmebrücken, Wärmeverlusten etc.
    • Aufspüren von Baumängeln
    • Ermittlung von Feuchtigkeitsschäden
    • Leckagenortung an Heizsystemen in Wand und Fußböden
    • Ortung verdeckt liegender Konstruktionselemente

  • Visualisierung von Energieverlusten
  • Überprüfung durchfeuchteter Flachdächer